Baltic Sprint Cup 2006  Baltic Sprint Cup 2005 

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Toll, daß Ihr auch dieses Jahr wieder dabei gewesen seid,

lobte uns auf der BSC Abschlussparty in Warnemünde ein Kollege vom ASV zu Rostock. Die Rostocker hatten dieses Jahr leider nicht ausreichend Crew für ihr eigenes Schiff zusammenbekommen und deshalb zum Teil auf anderen Yachten angeheuert.

Am 24. Juni sind wir mit der SY Gaylord von Marina Minde in Richtung Stavanger aufgebrochen. Durch den Kleinen Belt und an Grenaa vorbei legten wir in Skagen einen kurzen Zwischenstop ein, um Wasser zu bunkern. Danach ging es weiter durchs Skagerrak, das südwestlich von Kap Lindesness seinem Ruf gerecht wurde: in Böen über 40 kn Wind aus NW und 2,5 m See. Die Hälfte der Crew fiel wegen Seekrankheit aus und wir liefen Egersund an, um dort einen Tag auszuruhen. Am 29. Juni erreichten wir nach einem sonnigen Tag mit schwachem Wind Stavanger.

Es war beeindruckend was sich da für Yachten in Stavanger zum Baltic Sprint Cup 2006 sammelten: Außer Schiffen aus dem Baltikum, zwei älteren Comfortinas und unserem Schiff waren das überwiegend brandneue oder nur wenige Jahre alte IMS- oder IRC-optimierte Yachten. Nicht wenige davon wurden durch Landcrews inklusive Kastenwagen gefüllt mit 3DL-Ersatzsegeln, Spinnakern, Werkzeug etc. unterstützt. Dagegen war unsere Segelgarderobe bescheiden und Ersatzteile und Werkzeug befanden sich bei uns an Bord. Die ORC-Club-Vermessung nimmt auf diese Unterschiede leider keine Rücksicht.

Auf den Etappen-Parties erfuhren wir, dass manche der gesponserten Yachten fehlende Crewmitglieder durch bezahlte Profis auffüllten, während wir dem Vereinsgedanken folgend auch Neueinsteigern ins Hochseeregattasegeln die Möglichkeit zur Teilnahme gaben.

Auf der ersten Etappe von Stavanger nach Göteborg fuhren wir bei einer SE-Wettelage, zusammen mit den baltischen Yachten und den beiden Comfortinas, dem Regattafeld hinterher. Das Kattegatt empfing uns mit Flaute. Die Ziellinie in Göteborg lag hinter einem durch Hügel und thermische Effekte hervorgerufenen Windloch. Wir fanden Spaß daran, die letzten Windfelder ausfindig zu machen und uns so meterweise vorzuarbeiten. Leider konnten wir unsere Taktik nicht zu Ende führen, da ohne das Starten der Maschine und damit Aufgabe ein Crewmitglied seinen Flieger nach Hause verpasst hätte.

Inzwischen hatte sich ein Hochdruckgebiet über Skandinavien etabliert: Schön für Strandurlauber, nicht aber für Langstreckenregattasegler. Die zweite Etappe von Göteborg nach Århus sollte deshalb nicht mehr um Läsö und Anholt herum führen, sondern wurde auf den direkten Weg verkürzt. Als eine der letzten Yachten gaben wir in der zweiten, etliche Stunden dauernden Flaute 18 sm vor dem Ziel auf. Einige Meilen hinter uns hatten andere auch schon aufgegeben.

Langstreckenregattasegler lieben eines nicht und das sind viele aufeinander folgende Flauten. Die Regattaleitung hatte einen schweren Stand alle Segler bei Laune zu halten. Die dritte Etappe von Århus nach Kopenhagen wurde auf eine Ziellinie vor dem Öresund verkürzt und alle Skipper zu einem Ideenaustausch in Kopenhagen eingeladen. Wir konnten diese Etappe ohne Probleme zu Ende segeln und Konkurrenten hinter uns lassen. Im Öresund herrschte Flaute.

Da das Hoch über Skandinavien immer noch anhielt, wurde Bornholm als Bahnmarke von Kopenhagen nach Warnemünde fallen gelassen. Wir sollten statt dessen eine Tonne nordöstlich von Rügen umrunden. Beim Start mussten wir Raum geben und vor dem Startboot wenden. Wir passierten als letzte die Startline. Auf der Startkreuz gelang es uns aber, bis zur Luvtonne sechs Yachten hinter uns zu lassen.

Wie alle anderen Yachten um uns herum hatten wir den langen Schlag von Südschweden nach Rügen bei 4 Beaufort unter Spinnaker begonnen. Unser Spinnaker hielt aber den 4 Beaufort nicht Stand. Nach ca. 40 Minuten riss er mit einem Knall quer entlang der Nähte zwischen den unteren Bahnen auf. Die andern Yachten segelten mit ihren Spinnakern bis nach Rügen auf und davon. Entgegen unserer Erwartung waren wir am 12. Juli in Warnemünde trotzdem nicht die Letzten.

Inzwischen haben wir die SY Gaylord wieder in Marina Minde an den Vercharterer zurückgegeben. Dort liegt sie erst einmal für zwei Wochen, da der Kompressor des Kühlschranks in Warnemünde seinen Dienst eingestellt hat und kein neuer vorrätig ist.

Außer der Seekrankheit bei der Anreise gab es keine einzigen gesundheitlichen Probleme oder Verletzung an Bord. Alle sind wieder gesund und munter – vielleicht etwas müde – zu Hause angekommen.

Elmar

PS: Vielen Herzlich Dank an Sven Herlyn von der DnB Nord für das Sponsern dieser einzigartigen Regattaserie, ebenso an Henning Rocholl und Alan Green für die Organisation – eine keineswegs triviale Aufgabe.

Informationen zum Baltic Sprint Cup 2007 (.pdf-Datei, 153 KB)