Laser II  Basics  Törnplan 
 Segelhinweise  Bilder  Berichte 
 Nutzung & Einweisung  Laser II KV 

 Laser II Basics 

Vorwort
Der Umstieg von der Conger auf den Laser II erscheint vielen als schwer. Schließlich ist das erste ein Boot, das jeden Fehler verzeiht und das zweite ein kippeliges Sportgerät, das angeblich beim kleinsten Fehler gleich umfällt. Du wirst aber schnell feststellen, dass man nur ein paar Dinge beachten muß und man dann mit einem unvergleichlichen Segelerlebnis belohnt wird. Vor allem unter Spinnaker springt der Laser II schnell an und setzt jeden Winddruck in Geschwindigkeit um. Das sensible Verhalten bedeutet nur, dass Du Deine Fähigkeiten als Segler schneller verbesserst. Wenn Du mit dem Laser II umgehen kannst, wirst Du auch jede andere Jolle beherrschen. Der Laser II ist wirklich einfach eingerichtet, so dass Du Dich wirklich nur aufs Segeln konzentrieren musst. Und wirst schon beim ersten Mal jede Conger abhängen....

In diesem Artikel habe ich ganz kurz ein paar Dinge zur Segeltechnik zusammengefasst. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit soll es Euch das Segeln erleichtern und besser über Anfangsschwierigkeiten hinweghelfen. Für Tipps und Tricks kann man mich immer gerne ansprechen.


 Segeltechnik bei wenig Wind 

Bei diesem Wind ist noch nicht genügend Druck im Rigg, dass Vorschoter und Rudergänger beide in Luv sitzen können. Es kommt darauf an, das Boot auf die Nase und nach Lee zu trimmen. Damit stehen die Segel besser und die benetzte Fläche wird geringer.

Segel
Die Segel müssen möglichst flach und im Achterliek offen getrimmt werden. Deshalb Unterliekstrecker ganz durchsetzen, Cunningham offen, wenig Zug auf den Niederholer. Vorschot nur so dicht holen, dass sich das Achterliek oben noch gut öffnet.

Vorschoter
Sitzt in Lee möglichst weit vorne auf dem Plichtboden. Auf die Fock achten, nach Wind suchen und möglichst wenig bewegen

Rudergänger
Hält den Pinnenausleger am langen Arm und sitzt unmittelbar hinter dem Luvwant. Er konzentriert sich ganz auf die Windfäden und versucht, möglichst viel Fahrt im Boot zu halten. Bei kleineren Böen kann er schon ein wenig ausreiten. Möglichst weiche Bewegungen machen, weil sonst die Strömungen an Segeln sowie an Ruder und Schwert abreissen.


 Segeltechnik bei wenig bis mittleren Wind 

Beide können auf der Luvkante sitzen, das Trapez wird teilweise schon mitbenutzt. Das Boot muß nun absolut gerade gehalten werden. Das bedeutet konstante Arbeit mit Körper und Großschot

Segel
Wir brauchen unter diesen Bedingung möglichst viel Power im Rigg. Deshalb wird der Unterliekstrecker offener gefahren, Cunningham bleibt offen, etwas mehr Zug auf dem Niederholer. Wenn der Wind zunimmt, d.h. der Vorschoter steht zunehmend im Trapez, kann der Unterliekstrecker dichter gesetzt und mit mehr Niederholer das Groß abgeflacht werden

Vorschoter
Der Vorschoter ist für die großen Gewichtsverlagerungen zuständig. Ein Blick nach achtern über die Deckskante oder in die Heckwelle zeigt, ob das Boot wirklich gerade liegt. Böen kann man auf dem Wasser erkennen, so dass der Vorschoter sich darauf einstellen kann. Er hängt so hoch im Trapez, dass er ohne ruckartige Bewegungen ein und aussteigen kann. Ist der Wind konstant, kann er sich tiefer hängen, flüssige Bewegungen sind aber vor allem wichtig. Die Körperposition ist ungefähr 50cm hinter dem Want. Auch unter diesen Bedingung gilt, dass er nach Wind und Konkurrenz guckt, damit der Rudergänger sich aufs Steuern konzentrieren kann.

Rudergänger
Auch hier wird wieder die ganze Konzentration auf die Windfäden gerichtet. Auch der Rudergänger muß dafür sorgen, dass das Boot absolut gerade gehalten wird. Bloß nicht zu weit nach achtern rutschen, sonst kommt der Spiegel unter Wasser und bremst. Der Rudergänger sitzt dicht hinter den Klemmen auf dem Seitendeck. Er reitet zunehmend aus. Für härtere Böen muß eventuell die Großschot schon etwas aufgemacht werden.


 Segeln bei mittleren bis viel Wind 

Unter diesen Bedingungen müssen wir voll ausreiten. Auch hier ist es umso wichtiger, das Boot gerade zu halten.

Segel
Die Segel werden möglichst flach getrimmt. Dies bedeutet: Unterliekstrecker wird durchgesetzt, viel Zug auf den Niederholer. Oberhalb 4 Bft wird der Cunningham ebenfalls durchgesetzt

Rudergänger
Mit der Großschot wird andauernd gearbeitet. Idealerweise bleibt sie höchstens für ein paar Sekunden in einer Stellung. In harten Böen kann unter Umständen so weit angeluvt werden, bis die Luvfädchen steigen. Es zahlt sich aus, hart auszureiten. Egal wie viel Wind ist, dass Boot muß ganz aufrecht gehalten werden. Alles andere ist langsam.

Vorschoter
Der Vorschoter steckt sich ganz aus und hängt möglichst tief. Zwischen den Böen muß er eventuell hereinkommen. Auf raumen Kursen ist es hilfreich, nach achtern zu rutschen. Ihr werdet feststellen, dass sich der Laser damit viel einfacher steuern lässt.


 Spinnakertechnik 

So erstaunlich es ist, Spinnakersegeln im Laser II ist wirklich einfach. Die Techniken für Halbwind und Vorwind unterscheiden sich dabei.

Halbwind
Der Vorschoter setzt den Spinnakerbaum. Erst in den Achterholer, dann denn Topnanten und letztendlich in den Mast einpicken. Der Achterholer wird in die Klemme auf dem Seitendeck gelegt. Der Rudergänger setzt den Spi. Der Vorschoter muß nun zügig den Achterholer soweit dichtnehmen, bis das Segelhals am Baum und der Baum selber eine Handbreit vom Vorstag weg steht. Nun bleibt nicht anderes zu tun, als mit der Schot das Luvliek immer genau auf der Kante zu fahren. Anfangs ist es vielleicht schwierig, sauberes Führen der Spischot und Trapezarbeit zu vereinen. Es ist leichter, wenn man beim Rein- oder Rausgehen die Schothand kurz auf die Scheuerleiste aufstützt. Manchmal ist es auch günstig, wenn der Steuermann sich bewegt, damit der Schotte ruhig aus dem Trapez den Spi fahren kann.

In den Böen ist die erste Reaktion, dass Spi- und Großschot ein klein wenig gefiert werden. Dann wird, je nachdem wie viel Wind kommt, abgefallen. Auch hier gilt: Das Boot bleibt immer gerade! Es kann vorkommen, dass Ihr in den Böen 20 Grad abfallen müsst. Braucht Ihr mehr Druck im Rigg, langsam anluven. Dieses Spiel ist im Laser II schwierig, ergibt aber faszinierendes Segeln.

Vorwind
Spisetzen erfolgt genauso wie Halbwind, nur der Achterholer wird nicht belegt, sonderen direkt aus der Hand gefahren. Das Luvliek muß auch hierbei immer kurz vor dem Einfallen stehen. Man versucht, den Spi am Baum möglichst weit hinter dem Großsegel hervorzuziehen. Vorschoter sitzt auf dem Luvtank, Steuermann immer in Lee.

Spihalse
Hier wird nur die Spihalse auf dem Vorwindkurs beschrieben. Der Steuermann steht im Boot und hat die Pinne zwischen den Knien. In den Händen hält es die Spischoten und versucht, dass der Spi das ganze Manöver durch nicht einfällt. Der Vorschote zieht zuerst die Fock auf die neue Seite, Dann wird das Groß am Niederholer gehalst. Der Vorschoter greift nun mit der einen Hand den neuen Achterholer, die andere Hand macht den Spibaum vom Mast los. Führe nun die beiden Hände zusammen und klinke den Achterholer in Baumnock. Nun den Baum weiter nach ausßen drücken, vom alten Achterholer lösen und in den Mast einhaken. Schot und Achterholer wieder übernehmen, auf den Luvtank setzen und weiter geht1s.....

Spibergen
Das ist genauso einfach wie das Spisetzen. Zuerst wird der Einholer ein gutes Stück dichtgeholt, dann das Spifall geöffnet. Der Vorschoter gibt Lose in die Schoten und gibt acht, dass sie nicht unters Boot fallen. Dann kommt der Baum weg.


 Kentern 

Noch ein paar Worte dazu: Es ist selbstverständlich, dass Ihr wirklich immer mit Schwimmweste segelt. Ohne Schwimmweste seid Ihr schneller in Lebensgefahr, als Ihr meint. Allein schon die Vorbildfunktion für Kinder sollte ein Argument sein.

Der Trick am Kentern ist es, möglichst seine Kräfte zu schonen. Deshalb immer versuchen, direkt aufs Schwert zu kommen. Übt dies. Es haben schon Leute Regatten gewonnen, weil sie dies am besten konnten.


 Übung macht den Meister 

Geht einfach raus und gewöhnt Euch an das Boot. Für die ersten Schritte braucht man vielleicht ein Wochenende. Bis Ihr Euch wirklich sicher fühlt, kann es schon eine Saison dauern. Laßt Euch bitte nicht entmutigen, es lohnt sich. Gerade bei Regatten lernt man, dass es immer noch etwas gibt, was man dazulernen kann.
Verbleibt mir nur, Euch ganz viel Spaß zu wünschen.

Euer Niels Krenz
Stand: 21.11.02

Laser II - Basics (Word .doc, 30 KB)