Glückstadtregatta 2026 - die nicht ganz typische Einsteiger-Regatta

Die erste größere Elberegatta 2026 hatte es gleich mal in sich. Wellen, Wind und Wenden, zumindest am ersten Tag. Die Toke-Crew des ASV mit mehreren Seeregatta-Noviz*innen hatte den Erwartungshorizont mit Blick auf den Wetterbericht bereits im Vorfeld in den Bereich des Machbaren („Hauptsache, es geht nix kaputt“) korrigiert und traf sich am Abend vor dem Start zum letzten Training. Bei diesem gab es mit einer verlorenen Winschkurbel und einem Gennaker, der danach unfreiwillig etwas mehr Durchblick bot, bereits einen kleinen Vorgeschmack auf das Menü des Folgetages.

Vor dem Start in Yardstickgruppe 2 mit 25 anderen Mitbewerber*innen um die beste Position auf der Startlinie, bot die Skipper*innenbesprechung ein wichtiges Learning: Mails checken, rechtzeitig anmelden und die ehrenamtliche Orga am Vorabend nicht mit spontanen Ideen stressen! Gleich darauf forderte ein Starker Wind aus Nordwest in einer aufregenden Vorstartphase viele Wenden und spontane Manöver,–wobei das Wegerecht meistens die anderen hatten und unser Verklicker es nicht mal bis zur Startlinie schaffte.

Die ablaufende Strömung sorgte für überraschend hohe Wellen, die mit Böen bis 28 knoten garniert für allerlei sportliche Betätigung garantierten. Laura am Groß hielt tapfer dagegen, während Ellen und Felix an Jib und Pit sich mit bootsimmanenten Herausforderungen (eher schräg) herausgefordert sahen: Fährste quer, siehste mehr. Tobias parkte bei seiner ersten Skippertour am Steuer regelmäßig in den Wellen ein und darf sich bei der Crew für deren Geduld nachträglich bedanken. Taktiker Lukas behielt dabei einen kühlen Kopf und aufgrund einer Leckage auch leider kalte Füße.
Nach 37 Wenden und noch mehr Böen erreichte man die Wendemarke hinter Rhinplate. Der Raumwindkurs nach Glückstadt gestaltete sich allerdings nicht weniger aufregend, da das Schiff achteraus plötzlich ohne Mast und Segel trieb. Fast zeitgleich kenterte bugvoraus eine Melgis durch, eine Person trieb im Wasser. Hannes reagierte vorbildlich und warf direkt die Markierungsboje, das eingeleitete MOB-Manöver konnte dank eines herbeieilenden Begleitbootes abgebrochen werden. Kurz darauf wurde über Funk eine weitere Kenterung vermeldet. Später folgte die Entwarnung: alle Personen wohlauf.
Sichtlich erschöpft wurde untypisch wohlwollend die für den nächsten Tag gemeldete Flaute zur Kenntnis genommen. Der Landgang mit Kuchen, Frikadellen und Kakao versöhnte wieder mit dem Tag und nach einer Runde Wizard war auch wieder Lust auf Segeln vorhanden. Dazu kam es am nächsten Tag dann doch nicht mehr, nach einigem Dümpeln wurde die Wettfahrt schließlich für alle abgesagt. Also Dampferfahrt bei bestem Wetter, Sachen trocknen und das Snack-Schapp plündern. Immerhin konnte man bei 3 Knoten Wind auch noch kurz das Segel trocknen.

Was von der zweiten Vorsitzenden als „entspannte Anfängerregatta“ beworben wurde, bot allerhand Erlebnis. Immerhin, Platz 14 von 16 ins Ziel gekommenen Booten, ergo nicht Letzter. Und so viel ist dann ja doch auch nicht kaputt gegangen.

Ergebnisse: 76. Glückstadt Regatta manage2sail
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Geschrieben von: Tobias Büchle
Fotos: privat